Produktionssystemdesign-Optimierung unter Störungen: Eine systematische Literaturrecherche zu Resilienz und quantitativen Lösungsansätzen

Art

Bachelorarbeit

Track

Research,Main

Produktionssystemdesign-Optimierung unter Störungen: Eine systematische Literaturrecherche zu Resilienz und quantitativen Lösungsansätzen LSWI

Ziel

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, im Rahmen einer systematischen Literaturrecherche Ansätze zur resilienzorientierten Gestaltung interner Produktionsnetzwerke zu identifizieren, zu strukturieren und vergleichend zu analysieren. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere Entscheidungsprobleme der Produktionssystemgestaltung, Resilienzmaßnahmen sowie die hierfür eingesetzten quantitativen und datengetriebenen Methoden.

Dabei verfolgt die Arbeit insbesondere folgende Unterziele:

  • Abgrenzung des Betrachtungsraums: Analyse, welche internen Produktionssysteme und Netzwerke betrachtet werden, etwa Maschinenstrukturen, Bearbeitungsfolgen, Materialflüsse, Puffer, Lager- und Kopplungsstrukturen innerhalb eines Standorts.
  • Erfassung relevanter Entscheidungsprobleme: Untersuchung, welche Design- und Planungsentscheidungen adressiert werden, z. B. Layout, Reconfigurability, Maschinen- und Pufferauslegung, Flexibilitätsoptionen oder interne Materialflussstrukturen.
  • Systematisierung von Resilienzmaßnahmen: Aufarbeitung, mit welchen strukturellen und organisatorischen Maßnahmen Resilienz im Produktionssystem erhöht werden soll, z. B. Redundanz, Flexibilität, alternative Pfade, modulare oder rekonfigurierbare Strukturen, failover-/recovery-orientierte Gestaltungen.
  • Vergleich der Methodenbasis: Einordnung der eingesetzten Optimierungsmodelle, Simulationsansätze, heuristischen/metaheuristischen Verfahren sowie datengetriebenen bzw. ML-bezogenen Ansätze. RMS- und Produktionssystem-Reviews zeigen, dass gerade diese methodische Ebene stark variiert und systematisierungsbedürftig ist.
  • Analyse von Zielgrößen und Bewertungslogiken: Untersuchung, wie Resilienz und Leistungsfähigkeit bewertet werden, z. B. über Durchsatz, Recovery-Zeit, Robustheit, Flexibilität, Kosten, Bestände oder kombinierte Resilienzmetriken.
  • Identifikation von Forschungslücken: Herausarbeitung offener Forschungsbedarfe an der Schnittstelle von Produktionssystemdesign, Operations Research, Reconfigurable Manufacturing und Resilienz.

Die Arbeit soll einen strukturierten Überblick über den Stand der Forschung liefern und Forschungslücken identifizieren, die als Grundlage für eine mögliche Weiterentwicklung bereits existierender Optimierungsmodelle genutzt werden können.

Bei Interesse oder Nachfragen, melde Dich gerne bei mir: renzo.rauschenberg@lswi.de

Hintergrund

Produktionsbetriebe sind zunehmend mit Unsicherheit, Störungen und kurzfristigen Veränderungen konfrontiert, etwa durch Maschinenausfälle, Materialengpässe, Nachfrageschwankungen oder interne Prozessunterbrechungen. Dadurch gewinnt die resilienzorientierte Gestaltung interner Produktionssysteme an Bedeutung. Im Fokus stehen dabei nicht überbetriebliche Lieferketten, sondern die Struktur und Auslegung des Produktionssystems innerhalb eines einzelnen Standorts, etwa Maschinen- und Bearbeitungsstrukturen, Materialflüsse, Puffer- und Lagerkapazitäten, interne Flexibilitätsoptionen oder rekonfigurierbare Systemelemente. Quantitative Arbeiten zeigen bereits, dass Resilienz in Produktionssystemen mess- und modellierbar gemacht werden kann, etwa über zeit- oder leistungsbezogene Resilienzmetriken. Gleichzeitig liegen Überblicksarbeiten zu benachbarten Feldern wie lean production resilience, failure management in production und reconfigurable manufacturing systems vor. Was bislang jedoch fehlt, ist ein klar strukturierter Überblick darüber, wie Resilienz im internen Produktionssystemdesign mit Optimierungsmodellen und angrenzenden datengetriebenen Ansätzen adressiert wird. Genau hier setzt die Arbeit an. 

Die Arbeit ist an der Schnittstelle von Produktionsoptimierung, Produktionssystemdesign, Operations Research und angewandter Forschung angesiedelt. Sie eignet sich besonders für Studierende, die sich für quantitative Methoden, Produktionssysteme und die Gestaltung robuster industrieller Strukturen interessieren. Durch die thematische Nähe zu praxisnahen Fragestellungen im produzierenden Gewerbe sowie zum InTraLab bietet die Arbeit einen guten Einblick in Fragestellungen, die auch in industriellen Verbesserungs- und Transformationsprojekten relevant sind. Dadurch kann sie nicht nur als wissenschaftliche Grundlage für weiterführende Arbeiten dienen, sondern auch einen erkennbaren Mehrwert für spätere Tätigkeiten in den Bereichen Produktionsplanung, Produktionslogistik, Operations, Fabrikplanung oder Industrial Engineering bieten.

Literatur

SLR-Methodik:

  • Durach, Christian F. „Entwicklung eines Schemas zur Robustheit in DyadenA theoretical and practical contribution to supply chain robustness: developing a schema for robustness in dyads“. With Technische Universität Berlin. Preprint, Universitätsverlag der TU Berlin, 2016. https://doi.org/10.14279/DEPOSITONCE-4995.
  • Brocke, J. V., Simons, A., Niehaves, B., Niehaves, B., Riemer, K., Plattfaut, R., & Cleven, A. (2009). Reconstructing the giant: On the importance of rigour in documenting the literature search process.
  • Cooper, H. M. (1988). Organizing knowledge syntheses: A taxonomy of literature reviews. Knowledge in society, 1(1), 104.


Inhaltliche Einführung:

  • Leng, Jiewu, Junxing Xie, Rongjie Li, u. a. „Resilient Manufacturing: A Review of Disruptions, Assessment, and Pathways“. Journal of Manufacturing Systems 79 (April 2025): 563–83. https://doi.org/10.1016/j.jmsy.2025.02.006.
  • Weckenborg, Christian, Patrick Schumacher, Christian Thies, und Thomas S. Spengler. „Flexibility in Manufacturing System Design: A Review of Recent Approaches from Operations Research“. European Journal of Operational Research 315, Nr. 2 (2024): 413–41. https://doi.org/10.1016/j.ejor.2023.08.050.
  • Yelles-Chaouche, Abdelkrim R., Evgeny Gurevsky, Nadjib Brahimi, und Alexandre Dolgui. „Reconfigurable Manufacturing Systems from an Optimisation Perspective: A Focused Review of Literature“. International Journal of Production Research 59, Nr. 21 (2021): 6400–6418. https://doi.org/10.1080/00207543.2020.1813913.

Bewerbung

Um Ihnen eine optimale Betreuung bieten zu können, möchten wir Sie bitten, sich im Vorfeld intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und erste Recherchen durchzuführen.

Alle relevanten Informationen zum Einreichungsprozess finden Sie auf unserer Website unter folgendem Link.

Vorgehen bei der Einreichung

  1. Füllen Sie das Kontaktformular aus und geben Sie darin Ihre Motivation an (Textfeld). Hängen Sie außerdem ein erstes Exposé sowie einen aktuellen PULS-Auszug als PDF an.
  2. Füllen Sie die Selbstauskunft vollständig aus, um uns weitere Informationen über sich selbst zu geben.

Selbstauskunft ausfüllen

3. Nutzen Sie die bereitgestellte Vorlage für das Exposé

Sobald Sie Ihre Arbeit eingereicht haben, wird sich die zuständige Betreuungsperson zeitnah per E-Mail bei Ihnen melden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Vielen Dank für Ihre Mitarbeit und wir freuen uns auf Ihre Einreichung!