Entscheidungsmanagement

Schwerpunkte: Operations Research, formale Gruppenentscheidungstheorien, kollektive Bewertungsverfahren, partizipative Willensbildung und Entscheidungsfindung, kollektive Zukunftsanalysen, Entscheidungslogik und künstliche Intelligenz

Entscheidungsmanagement als entscheidender Faktor im Wettbewerb

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran, die Kundenbedürfnisse steigen und der Wettbewerb wächst: Um auch weiterhin den steigenden Anforderungen gerecht werden zu können, müssen Unternehmen ihre Prozesse effizient und optimierend gestalten. Entscheidungsmanagement bietet hierbei einen passenden Ansatz, Entscheidungen zu definieren, zu analysieren und relevante Zusammenhänge zu identifizieren. Auch Geschäftsprozesse können als sachlogische Abfolge und Verflechtung von unabhängigen und sich bedingenden Einzelentscheidungen aufgefasst werden, die je nach eingesetztem Verfahren das Ergebnis beeinflussen oder verfälschen können. In unserer Forschung fokussieren wir Verfahren, Theorien und Technologien der formalen und diskursiven Entscheidungsverfahren. Ziel ist die Steigerung von Effizienz und Effektivität sowie eine erhöhte Transparenz des Zusammenarbeitens.

Werkstattfertigung: Künstliche Intelligenz und eigene Entscheidungslogik

Die Zukunftsidee der produzierenden Industrie basiert auf dem Konzept der flexiblen Werkstattfertigung. Hierbei werden Maschinen nach ihren Technologien zusammengefasst, haben untereinander jedoch keinerlei feste Verkettung für die Realisierung von Material- und Informationsflüssen. Stattdessen können intelligente Werkstücke selber entscheiden wohin sie sich für den nächstfolgenden Produktionsschritt bewegen. Jede Produktionsplanung ist daher ein dezentraler Entscheidungsprozess, bei dem Anwendungssysteme die Fabrik steuern und Planungsaufgaben automatisiert getroffen werden. In unserer Forschung fokussieren wir die Entscheidungslogik einzelner Objekte, um innerhalb sozio-technischer Systeme eine teilweise Selbstorganisation zu erlangen.

Reihenfolgeplanung in der Werkstattfertigung

Durch die Ausrichtung der Produktion auf Konzepte wie Industrie 4.0 verändern sich Rahmenbedingungen zahlreicher Verfahren für die Reihenfolgeoptimierung der Werkstattfertigung. Hierbei kann sich die Reihenfolge je nach Arbeitsauftrag individuell ändern. Neue Produktionsaufträge, veränderte Prioritäten zur Produktionszeit, Lieferengpässe oder eine veränderte Maschinenanzahl erfordern, dass Planungsverfahren auch die Umwelt als Einflussgröße betrachten müssen. In unserer Forschung suchen wir nach optimierende Verfahren, die das Ziel haben, eine bestmögliche Lösung für die Organisation und das Scheduling zu finden. Anwendung finden dabei sowohl problemspezifische Heuristiken, die durch ausreichendes Wissen über die jeweilige Wertschöpfungskette individuell umgesetzt werden können als auch lösungsraumbasierte Verfahren, bei denen eine fixierte Anordnung zwischen zwei Akteuren definiert wird, welche bereits kritische Ressourcen oder Aufträge idealtypisch eingeplant haben. Durch dieses Verfahren können wir den Lösungsraum entscheidend eingrenzen und Strategien für seine Navigation auf kleine Räume beschränken.

Angewandte Bioökonomie, formale Gruppenentscheidungstheorien und Zukunftsanalysen

Die Transformation unserer Gesellschaft in ein Zeitalter ohne Öl und fossile Energien ist mehr als ein einfacher Wechsel des Kohlestofflieferanten. Es entsteht ein Zielkonflikt, in dem Natur und Umwelt mit Ernährung und Landwirtschaft konkurrieren und sich Ressourcen wie beispielsweise Flächen und Wasser streitig machen. Naturschutz und Biodiversität sind gemeinwohlbezogene Interessen, die partizipativ mit den zukünftigen Betroffenen in den Diskurs gebracht werden müssen. Respektiv sollte jede Region und jedes Unternehmen seine zukünftige Rolle und Anforderungen im bioökonomischen Transformationsprozess erkennen und finden können. Unser Forschungsprojekt DiReBio analysiert in diesem Zusammenhang bioökonomische Zukunftsanalysen in regionalen Workshops mit Hilfe von Gruppenentscheidungstheorien. In unserer Grundlagenforschung gehen wir Fragen zu Einflussfaktoren und Wirkbeziehungen innerhalb Gruppenentscheidungstheorien nach und untersuchen, wie eine kollektive Willensbildung, Bewertung und Entscheidungsfindung sowohl online als auch offline effizient und effektiv ablaufen und gestaltet werden kann.