Open Network

Forschungshintergrund

In Innovationsprozessen - insbesondere bei der Entstehung neuer Ideen sowie der Entwicklung und Einschätzung von Ideenvorschlägen - spielen Beziehungen zwischen den Mitgliedern eines Netzwerks eine zentrale Rolle. Während die Bedeutung externen Knowhow für die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens bereits erkannt ist und die unternehmensinternen und -externen Beziehungen dazu bereits diskutiert werden, fehlt bislang der Blick auf die Auswirkungen dieser Beziehungen auf die unternehmerische Innovationsfähigkeit. An diesem Punkt setzt das Forschungsprojekt Open Network an.

Forschungsziel

Das Forschungsprojekt Open Network zielt daher auf die Messung und Bewertung von unternehmensinternen und -externen Beziehungen, um deren Auswirkung auf die Innovationsfähigkeit festzustellen. Besonderer Fokus wird dabei auf KMUs gelegt - insbesondere diesen Unternehmen soll die Kontrolle und Steuerung ihrer Beziehungsnetzwerke ermöglicht und damit ihre Innovationsfähigkeit langfristig stabilisiert und verbessert werden.

Entwicklung eines softwaregestützten Bewertungstools

Das Ergebnis des Projekts ist die Entwicklung eines softwaregestützten Bewertungstools, das KMU die selbstständige Erfassung, Messung und Bewertung von Beziehungsnetzwerken ermöglicht. Dabei unterstützt das Tool sowohl den Entscheidungsprozess zur Gestaltung von Beziehungsnetzwerken, kann jedoch auch als Kontrollinstrument eingesetzt werden. Auf diese Weise unterstützt das Tool Führungskräfte bei der Identifikation von Schlüsselpersonen (sogenannten Promotoren), die für die Überwindung von Barrieren im Innovationsprozess verantwortlich sind und damit einen positiven Einfluss auf die Innovationsfähigkeit ausüben. Zur Verbesserung der bestehenden Prozesse sind Handlungsempfehlungen im Tool hinterlegt, die KMU fallspezifisch angeboten werden. Das softwaregestützte Bewertungssystem stellt damit die zentrale technologische Innovation des Vorhabens dar, das KMU sowohl eine ex ante als auch innovationsbegleitende (als parallel abrufbares Kontrollinstrument) Bewertung ihrer Beziehungsnetzwerke ermöglicht.

Nutzen für die Unternehmen

Mit dem Bewertungstool erhöht sich für KMU die Chance, das Wissen einzelner Akteure in kollektives Wissen umzuwandeln und dieses gewinnbringend zu nutzen. Durch eine systematische Analyse und die visuelle Darstellung der Beziehungsnetzwerke im Unternehmen und über die Unternehmensgrenzen hinaus, können KMU informelle und versteckte Expertise im Unternehmen aufdecken und mit Zeitersparnissen und erhöhter Kompetenz rechnen. Darüber hinaus werden bisher nur schwach vernetzte Mitarbeiter identifiziert und können zielgerichtet weiterentwickelt werden.

Projektpartner und Fördermittel

Das von der Arbeitsgemeinschaft für industrielle Forschung (AiF) geförderte Projekt wird vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Potsdam und Partnern aus Forschung und Praxis durchgeführt. Partner: Institut für Unternehmenskybernetik e.V., Lehrstuhl für Technologie- und Innovationsmanagement der RWTH Aachen
Ansprechpartner: Gergana Vladova